Ausgewählte Gedichte

 
Zeitlos
 
Ich bewege mich in einem Traum
wie ein Geist
ohne Zeit und Raum
ohne Anhaltspunkt
ohne Ziel
ein zeitloses Wesen
das durch die Jahrtausende wandert
und alles
was es sieht und hört
aufnimmt
und nichts vergisst
und immer weitergeht
bis zu einem Tod
der nicht existiert
und alles weiterträgt
in sich
und dazu verdammt ist
dieses Wissen nicht weitergeben zu können
denn er ist zu jung
oder zu alt für diese Welt
die nur das glaubt
was sie sieht
 
Die Liebe meines Lebens
 
Elionora war die Liebe meines Lebens
so wie
Aglaia und Lätitia und Sarah
und Michaela und Christina
und Claire und Lisa
und Claudia und Beatrice
und Maria Magdalena
und Andrea...
 
All die Lieben
meiner unzähligen Leben
trage ich weiter in meinem Herzen
 
Und die nächste
spüre ich schon
ganz tief
 
Victoria
 
Hoffnung
 
Meine Worte sind nicht mehr eingefroren
Mein Herz ist nicht mehr gebrochen
Meine Tränen sind nicht mehr Blut
Kein Bild ist mehr unklar
Alle Sorgen sind verschwunden
Und die Zukunft ist weit offen
Wenn sich unsere Seelen
in ihrer Reinheit treffen
 
Ewig gesucht
 
Ich habe dich ewig gesucht
in der Brandung des Sturms
im jungen Licht hinter der Sonne
auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten
im Staub der Straßen
die mich reingewaschen haben
von all der verruchten Vergangenheit
in die ich hineingeboren war
in diese langen Schatten
die mich begleitet haben
solch eine unendliche Zeit
Der Schmerz wird nie von mir weichen
aber er hat mir immer gezeigt
was wichtig ist
und langsam sehe ich das Licht
und dich
 
Ich habe dich ewig gesucht
und ich bin froh
dass ich nicht früh gegangen bin
Ich habe dich ewig gesucht
hinter all den Masken
Ich bin dir gefolgt wie ein Geist
der nicht von dir lassen konnte
Mein Herz brennt noch immer zeitlos wie der Tod
und die Zeit ist unendlich für uns beide
 
Ich habe dich ewig gesucht
im Frühling
Jetzt ist es Winter
und ich bin bereit
Ich kann den schmelzenden Schnee schon riechen
und die ewige Sonne des Sommers ist nicht mehr weit
 
Tatsachen
 
Ich sitze in meinem kahlen Zimmer,
stecke mir eine Zigarette an, trinke von meinem Bier
und frage mich, warum ich das mache, was ich mache.
Einen stumpfsinnigen, schlecht bezahlten Job
und abends schreiben.
Anstatt eine Bank zu überfallen
oder eine Revolution anzuzetteln
oder Schluss zu machen.
Irgendetwas Sinnvolles.
 
Tja, wenn ich die Antworte wüsste,
wäre ich erlöst.
Jeder macht irgendwas.
Wer weiß schon, was er macht?
Die Routine macht einen zum Sklaven,
und es bedarf schon wirklich wahrer Größe,
um nicht bei lebendigem Leib zu Staub zu verfallen.
 
Ich stecke mir eine neue Zigarette an,
trinke weiter von meinem Bier,
das schon fast leer ist
und tauche ein in den tiefroten Sonnenuntergang.
 
Kapitulation
 
Tote Knochen liegen
auf dem Boden
und mein Herz hat mehr Narben als es gut ist
an diesem klaren Sommermorgen
Die Träume von gestern
die Visionen sind eingetauscht
gegen eine Welt voller Sicherheit (?)
Die Liebe ist ein Geschäft
wie alles andere auch
Am Ende ist jeder
mit Hass und Verbitterung getauft
Was ich jetzt sehe
gefällt mir nicht
Ich kann darin mein Leben
nicht erkennen
Tote Knochen überleben die Zeit
Was solls
Ich gehe sowieso bald
 
Sünde
 
Eine Sünde gegen die Liebe
ist eine Sünde gegen das Leben.
Wer die Liebe ignoriert
auf Grund anderer Begehrlichkeiten
ignoriert sich selbst.
Es gibt nichts Wichtigeres als die Liebe.
Klingt einfach und es ist auch so
denn das Einfache ist das Gute.
Das Komplizierte ist niemals gut
weil ihm die Klarheit fehlt.
Nur die Klarheit führt zur Wahrheit
und die Wahrheit ist einfach.
So wie das wahre Leben
und das ist Liebe.